
Der Wiener Sterngarten am Georgenberg im 23. Bezirk (Wien-Mauer) ist ein besonderer Ort für Astronomie-Fans und Spaziergänger. Es ist ein idealer Ort, um die Natur zu genießen und etwas über das Weltall zu lernen.
Hier ist eine leicht verständliche Beschreibung:
Was ist das? Der Sterngarten ist kein klassischer Park mit Blumen, sondern eine große Anlage auf einer Wiese, die den Lauf der Sonne und der Sterne veranschaulicht. Er dient dazu, den Sternenhimmel mit dem freien Auge – also ohne Teleskop – besser verstehen zu lernen. An diesem dunklen Platz sieht man mit bis zu 1.000 Sternen vier- bis fünfmalmal mehr als im dichtverbauten Stadtgebiet.
Wo ist es? Er liegt direkt am Georgenberg, nur einen kurzen Spaziergang von der berühmten, futuristischen Wotrubakirche entfernt. Der links an der Wotrubakirche vorbeiführende Weg zum Sterngarten ist naturbelassen steinig und vor einer kurzen Steigung auch oft feucht.
Was gibt es zu sehen?
- Zwei große Masten: Ein 16 Meter hoher Südpfeiler und ein etwas höherer Nordpfeiler markieren den Meridian.
- Sonnensäulen: Sechs Säulen zeigen an, wo die Sonne zu den verschiedenen Jahreszeiten (Sommeranfang, Winteranfang, Frühling/Herbst) auf- und untergeht.
- Stufenpyramide: Eine Sitzstufenanlage bietet Platz, um gemütlich den Himmel zu beobachten.
- Sonnenuhr: Eine große Sonnenuhr hilft bei der Zeitanzeige.
Besonderheit: Der Sterngarten ist öffentlich und kostenlos zugänglich. Da er am Rande des Maurer Waldes liegt, ist es dort relativ dunkel, was eine gute Himmelsbeobachtung ermöglicht. Im Regelfall gibt es mindestens einmal im Monat eine Führung, in der fachkundige Mitarbeiter:innen des Vereins Sternenhimmel und Sterngarten erklären (siehe Veranstaltungen).
Anreise: Man erreicht ihn am besten mit dem Bus 60A (Station Kaserngasse) und einem kleinen Spaziergang. Ein großer Parkplatz befindet sich am Ende der Anton-Krieger-Gasse.
Ursprünglich hatte Oswald Thomas (1882 - 1963) einen "Sternenhain" am Plateau des Laaerberges in Wien 10 geplant, wo auch eine astronomische Station der Österreichischen Landesvermessung lag. Das Projekt ließ sich jedoch dort nicht verwirklichen, sodass es Hermann Mucke (1935 - 2019) für diesen Standort umplanen musste.
Einblicke ins Sonnensystem gibt der Planetenweg 600 m nordwestlich, entlang der Tiergartenmauer. Im Maßstab 1:1 Milliarde geht es von der Sonne (Ø 1,4m) 150m zur Erde (13 mm), 780m zum Jupiter und 5 km zum Neptun.

Bei einem nächtlichen Besuch empfiehlt sich eine schwache, am besten rote, Stirn- oder Taschenlampe (kein "Flutlicht") – aber halten Sie diese bitte stets nach unten und leuchten Sie niemandem in die Augen.
Zum Sterngarten gibt es um 15 Euro einen Begleitband "Himmelskunde im Freiluftplanetarium Wien" mit Erläuterung der Anlage, Monats-Sternkarten, Tierkreiskalender für Wandelgestirne und einer Einführung in die Astronomie. Damit können Sie Ihre Familie/Freunde/Schüler selbst führen!
Ein Horizontpanorama sowie ein 3D-Modell des Sterngartens von Georg Zotti kann auch im Programm "Stellarium" erkundet werden (https://stellarium.org).
Spezielle Themen bei unseren Führungen
Sonnenbahn und Jahreszeiten
Mehrmals im Jahr – speziell zum Frühlings- und Sommerbeginn – zeigen wir am Südmast die variable Sonnenhöhe und durch den Schatten des Nordmastes ihren Meridiandurchgang.
Nachthimmel und Lichtverschmutzung
Der Nachthimmel am Georgenberg ist trotz seiner Meereshöhe von nur 331 m für eine Großstadt erstaunlich dunkel; selbst weniger markante Sternbilder wie der kleine Bär ("kleiner Wagen") sind hier erkennbar. Die Sicht auf den hügeligen Horizont gibt den Besuchern ein Gefühl von Freiheit und lässt sie den Sternhimmel umso mehr genießen. Selbst in der kalten Jahreszeit finden sich bei den Führungen bis zu 30 Personen ein, darunter auch manche Zufallsgäste, die nach einer Wanderung im nahen Naturschutzgebiet am Schaukasten vor der Wotrubakirche vorbeikommen oder die hohen Masten sehen.
Besondere Momente sind jene, wo manchmal auch am Stadtrand die Milchstraße schwach sichtbar wird. Für die meisten Stadtbewohner ist dies ein ungewohntes Erlebnis.
Schul- und Jugendgruppen

Für interessierte Jugendgruppen und für astronomische Exkursionen von Schulklassen bieten wir ein erweitertes Programm an (nach vorheriger Vereinbarung). Einige innovative Instrumente kommen zum Einsatz, z.B. ein kleiner Globus mit verschiebbarem Horizont, Zusatzgeräte für die Sonnenprojektion, Finsternisbrillen und sogar Experimente zur Spektroskopie. Eine Maturantin fertigte eine Ekliptikscheibe zur Demonstration der Mond- und Planetenörter (Bild links). Ein größeres Exemplar findet Verwendung, wenn es – etwa bei Planetenkonjunktionen – auf höhere Genauigkeit ankommt.