Der Österreichische Astronomische Verein, kurz Astroverein, ist eine der größten astronomischen Vereinigungen in Österreich. Er wurde 1924 von Oswald Thomas gegründet, dem die Verbreitung astronomischen Wissens ein großes Anliegen war.

1963 übergab Oswald Thomas diese Agenden und das bereits 1907 gegründete Astronomische Büro an den jungen Physiker Hermann Mucke (1935-2019), den späteren Leiter der Urania-Sternwarte und des Wiener Planetariums.

Hermann Mucke zog sich 2018 aus der Vereinsführung zurück, betrieb aber bis zu seinem Tod im März 2019 das Astronomische Büro. 2007 bis 2016 führe Robert Weber, 2017-2023 Gottfried Gerstbach den Vorsitz des Astrovereins.

Seit 30. November 2024 besteht das Präsidium aus Christian Maurer und Alexander Pikhard.

Dr. Oswald Thomas wurde vor allem durch seine monatlichen "Sternwanderungen" entlang des Sommerhaidenwegs am Michaelerberg, bei den Weinbergen im Westen von Wien bekannt. Zu diesen etwa 450 Abenden (im Sommer auch ganzen Nächten), die er 50 Jahre lang selbst betreute, kamen in manchen Jahren über tausend Interessierte. Sie begründeten die Tradition freiäugiger Sternführungen, die bis heute einen Schwerpunkt des Astronomischen Vereins im Wiener Raum bilden -- insbesondere im Sterngarten Georgenberg.

Prof. Mucke war über lange Jahre das Herz des Astrovereins und hat durch seine lebendige Art der Sternführungen Hunderte junger Leute für die Himmelskunde begeistert. Viele von ihnen sind bis heute aktive Vereinsmitglieder und betreuen den "Sterngarten" auf dem Georgenberg am südlichen Stadtrand von Wien, bei dessen Errichtung 1997 sie zahlreiche Ideen und Leistungen einbrachten. Hier sind insbesondere Norbert Pachner und Franz Vrabec zu nennen. Andere, wie z.B. Robert Weber (Vorsitzender 2007–2016), Michael Pietschnig, Alexander Pikhard, Wolfgang Vollmann und Georg Zotti, waren ehrenamtliche Mitarbeiter am Wiener Planetarium und der Urania-Sternwarte, erstellten und erstellen astronomische Computerprogramme wie UraniaStar oder Stellarium oder waren Vortragende beim alljährlichen "Sternfreunde-Seminar".

Einige der vielen Nachrufe zum Tod Hermann Mucke sind im Artikel "Astronomisches Büro" verlinkt:
https://www1.astroverein.at/verein/18-astronomisches-buero

Bildungsarbeit: Wir sind bestrebt, die mit freiem Auge sichtbaren Tatbestände und Abläufe am Sternenhimmel der breiten Öffentlichkeit im Wiener Sterngarten Georgenberg wieder bewusst und erlebbar zu machen, sowie durch monatliche Vorträge die Methoden und Ergebnisse der modernen Astronomie zu vermitteln. Kurse und Workshops dienen der Wissensvermittlung, sowohl im Bereich theoretischen Wissens als auch in der Praxis, von freisichtiger Himmelsbeobachtung bis zur Astrofotografie.

Himmelsbeobachtung: Im Wiener Sterngarten am Georgenberg bieten wir Sternführungen an, bei denen wir den Sternenhimmel in seiner Gesamtheit erklären sowie die zeitliche Veränderung des Himmelsanblick anhand von Anschauungsmaterial erläutern. Hier liegt der Fokus auf der Beobachtung mit freiem Auge oder Fernglas. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Tagführungen, bei denen wir den Tages- und Jahreslauf der Sonne erklären.

Wir bieten Beobachtungsabende für Mitglieder und Interessenten an, bei denen wir die markantesten sichtbaren Himmelsobjekte im Teleskop zeigen und zu fachkundiger (eigener) Beobachtung anleiten. Beobachtungen mit Fernrohren finden an dunkleren Orten am Rand oder außerhalb von Wien statt. Bei besonderen Anlässen kündigen wir diese vorab auf dieser Homepage oder in unserem Newsletter an. Aus Wettergründen finden solche Beobachtungstreffen oft auch spontan statt. Hier sei auf unsere Social Media-Seiten verwiesen.

Forschungsarbeit: Unsere seit Anbeginn betriebene Meteorastronomie konnte durch Errichtung und Betrieb der vollautomatischen, digitalen Feuerkugelstation in Oed bei Martinsberg NÖ mit Unterstützung durch das Astronomische Institut der Tschechischen Akademie der Wissenschaften ab 2009 besonders erweitert und erfolgreich vertieft werden. Auch im Bereich der veränderlichen Sterne konnten Mitglieder mit ihren gewonnenen Daten zu Fachpublikationen beitragen.

Sternwarte: Der Österreichische Astronomische Verein betreibt keine eigene Sternwarte. Bis zum Tod Ihres Erbauers, Rudolf Pressberger, im Jahr 2001 bestand eine Kooperation mit der Purgathofer-Sternwarte in Klosterneuburg, die aber aus privatrechtlichen Gründen nicht fortgesetzt werden konnte.

Förderung für unsere Einrichtungen kam von den Bundesministerien für Unterricht sowie Wissenschaft und Forschung, dem Land Niederösterreich, der Stadt Wien, dem Verein NÖ/Wien zur Schaffung gemeinsamer Erholungsräume, der Marktgemeinde Martinsberg und der Waldviertler Sternwarte Orion, sowie von zwei Spendenaktionen im Sternenboten.

Jahresbeitrag: 18 Euro. Falls auch Mitglied bei unserer Arbeitsgruppe Sonnenuhren mit 2 Rundschreiben: 18 + 17 = 35 Euro. 

Fachveröffentlichungen: Diese waren bis 2018/19 über das Astronomische Büro zu bestellen. Ihr Bezug war für Vereinsmitglieder empfohlen, aber nicht im Jahresbeitrag enthalten. Wieweit Bestellungen nach dem Ableben von Prof. Mucke aus seinem Nachlass möglich sind, ist derzeit noch offen. Die international bemerkenswerten Canon der Sonnen- und der Mondfinsternisse sind seit 2019 vergriffen, Seminarpapiere aber nach Login im Menü "Vorträge/Fachartikel" digital und teilweise auch in Druckversion verfügbar.

Vereinsvorstand

Seit 30. 11. 2024 besteht der Vereinsvorstand aus folgenden Mitgliedern:

Christian MAURER (Präsident)
Alexander PIKHARD (Vize-Präsidentin)
Herbert HÖRANDNER (Schriftführer, Kassier-Stellvertreter)
Franz VRABEC (Kassier)

Rechnungsprüfer

Herbert SMUTEK  (Rechnungsprüfer)
Fritz KAURIL  (2. Rechnungsprüfer)

Ehrenmitglieder:

Gottfried GERSTBACH
Norbert PACHNER
Franz VRABEC
Peter REINHARD

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