
Merkur zeigt 2026 in Mitteleuropa zwei Abend- und zwei Morgensichtbarkeiten. Alle vier Sichtbarkeiten sind günstig.
Die zweite Abendsichtbarkeit des Merkur in diesem Jahr ist etwas ungünstiger als die erste im Februar, aber immer noch recht gut. Venus und Jupiter, die einander Anfang Juni begegnen, weisen den Weg zu dem sonnennahen Planeten.
Merkurs Abendsichtbarkeit beginnt in der letzten Maiwoche und entwickelt sich rasch günstig. In der ersten Juniwoche wird der Planet dann schon schwächer, erreicht aber die größte Höhe in der Abenddämmerung. In der zweiten Juniwoche ist zum Auffinden des Planeten ein Fernglas hilfreich.
- Beginn der Freisichtigkeit für Wien: 24. Mai
- Beste Sichtbarkeit für Wien: 6. Juni
- Ende der Freisichtigkeit für Wien: 17. Juni

Position des Merkur jeweils am Ende der bürgerlichen Dämmerung
Beeindruckend ist auch der Himmelsanblick am Tag der Begegnung von Venus und Jupiter (9. Juni 2026), an dem Merkur auch noch gut zu sehen ist und mit den beiden hellen Planeten sowie den Hauptsternen der Zwillinge, Castor und Pollux, ein markantes Fünfgestirn bildet:

Merkur, Venus, Jupiter, Castor und Pollux am 9. Juni 2026 um 22 Uhr MESZ
Allgemeines zu einer Merkursichtbarkeit
Merkur umkreist die Sonne innerhalb der Erdbahn, er ist ein so genannter "unterer" Planet. Wir können Merkur nie die ganze Nacht über sehen, da er von der Erde aus nie der Sonne gegenüber stehen kann.
Die wichtigsten Phasen in der Sichtbarkeit des Merkur sind die obere Konjunktion (Merkur steht hinter der Sonne), die untere Konjunktion (Merkur steht vor der Sonne) und die größte östliche bzw. westliche Elongation (Merkur erreicht, von der Erde aus betrachtet, den größten Abstand von der Sonne).
- Eine Merkursichtbarkeit beginnt nach der oberen Konjunktion immer am Abendhimmel, meist einige Tage danach. Wie lange, hängt von der Lage der Ekliptik zum Horizont ab und ist von Jahreszeit zu Jahreszeit verschieden.
- Während der Abendsichtbarkeit kommt Merkur der Erde näher. Er wird im Lauf der Sichtbarkeit daher im Fernrohr größer, nimmt aber ab, da er zwischen Erde und Sonne wandert.
- Die größte scheinbare Helligkeit erreicht Merkur immer in der oberen Konjunktion, da er dann voll beleuchtet ist. Eine Abendsichtbarkeit beginnt also mit einer großen scheinbaren Helligkeit, die dann bis zur unteren Konjunktion stetig abfällt.
- Einige Tage vor der unteren Konjunktion wird Merkur dann am Abendhimmel wieder unsichtbar.