
Im Februar 2026 kommt es zu einer sehr lockeren Begegnung der drei Planeten Merkur, Venus und Saturn am Abendhimmel. Merkur und Saturn stehen dabei am Ende, Venus am Beginn einer Sichtbarkeitsperiode. Zusammen mit Jupiter, der abseits dieses Trios steht, sind von 9. bis 27. Februar gleich vier helle Planeten auf einmal am Abendhimmel zu sehen.
Merkur
Von allen mit freiem Auge sichtbaren Planeten ist Merkur am schwierigsten zu beobachten. Da der kleine Planet innerhalb der Erdbahn und sehr nahe um die Sonne kreist, kann er nur zu ganz bestimmten Zeiten in der Abend- oder Morgendämmerung aufgespürt werden und ist dabei nicht besonders auffällig, zumindest in unseren Breiten. Wie gut eine Merkursichtbarkeit wird, hängt stark von der Jahreszeit ab.
Das Planetentrio kommt zustande, weil der sonnennächste Planet, Merkur, im Februar seine beste Abendsichtbarkeit in diesem Jahr hat. Für Abendsichtbarkeiten gilt: Im Frühling steht die Ekliptik steil und daher günstig zum Westhorizont, im Herbst aber flach und daher ungünstig. Daher sind Abendsichtbarkeiten von Merkur im Spätwinter und Frühling am besten.

Die Abendsichtbarkeit von Merkur im Februar 2026
Venus
Venus beschert uns in acht Jahren je fünf Abend- und fünf Morgensichtbarkeiten. Dabei sind auf der Nordhalbkugel der Erde jene Abendsichtbarkeiten am besten, die um den Frühling fallen. Das ist bei dieser Sichtbarkeit der Fall: Venus beginnt im Februar eine Abendsichtbarkeit, die bis Mitte September andauern und ihren Höhepunkt im Mai erreichen wird.

Verlauf der Abendsichtbarkeit der Venus von Februar bis September 2026
Ab dem 9. Februar können wir in der Abenddämmerung Ausschau nach Venus halten, unser innerer Nachbarplanet wird von Abend zu Abend etwas länger und besser zu sehen sein.
Saturn
Saturn beendet seine aktuelle Sichtbarkeit, als "oberer" Planet (der die Sonne außerhalb der Erdbahn umkreist) macht er dies am Abendhimmel. Im Lauf des Februar geht er immer früher in der Abenddämmerung unter, ehe er am 8. März gänzlich verschwindet.
Das Trio in der Abenddämmerung

Stellarium-"Daumenkino"-Simulation des Planetentrios im Februar 2026
Eine auffällig enge Begegnung ergibt sich allerdings nicht. Dazu sind die Bahnen der drei Planeten zu stark zueinander geneigt. Und auch diese, nicht allzu größe, Nähe am Himmel darf nicht täuschen. Am 22. Februar ist Merkur 128, Venus 250 und Saturn 1.552 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Scheinbare Nähe bedeutet nicht wirkliche Nähe!
Die räumliche Situation am 22. Februar 2026 im Sonnensystem.
Drei plus eins macht vier
Das Planetentripel kommt zustande, weil
- Merkur von 6. bis 27. Februar,
- Venus ab 9. Februar und
- Saturn bis 8. März
in der Abenddämmerung zu sehen sind (die Zeiten gelten für die geografische Breite von Wien und variieren geringfügig innerhalb Österreichs).
Es ist aber noch ein vierter heller Planet in diesem Zeitraum am Abendhimmel zu sehen: Jupiter. Er steht, strahlend hell, im Wintersechseck in der Nähe der Hauptsterne der Zwillinge, Castor und Pollux. Somit steht er nicht im gleichen Blickfeld, sondern in der Abenddämmerung hoch im Südosten. Im Lauf der Nacht steigt er noch höher nach Süden, ehe er in der Morgendämmerung untergeht.
Somit sind im Zeitraum 9. bis 27. Februar vier helle Planeten gleichzeitig in der Abenddämmerung zu sehen. Das klingt selten, ist es aber gar nicht.
Die fünf mit freiem Auge sichtbaren ("hellen") Planeten sind Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Von denen sind zwei, Merkur und Venus, so genannte untere Planeten (sie umkreisen die Sonne innerhalb der Erdbahn), die immer nur am Abend- oder Morgenhimmel zu sehen sind, aber niemals die ganze Nacht hindurch. Dies bleibt den oberen Planeten Mars, Jupiter und Saturn vorbehalten, die die Sonne außerhalb der Erdbahn umkreisen. Somit muss bei einem Planetenquartett immer mindestens ein unterer Planet beteiligt sein, es ist also auf den Abend- oder Morgenhimmel beschränkt.
Für die nächsten Jahre ergeben sich die folgenden Daten (berechnet mit Stellarium, www.stellarium.org, die Zeiten "von" und "bis" weichen von obigen etwas ab, da sie für eine andere geografische Breite gelten):


Es ist leicht zu sehen, dass fast immer Merkur an Planetenquartetten beteiligt ist. Da dieser sonnennahe Planet in unseren Breiten im Schnitt nur je zweimal pro Jahr für zwei bis drei Wochen am Abend- oder Morgenhimmel mit freiem Auge zu sehen ist, sind die Gruppierungen auf diese kurzen Zeiten beschränkt. Ein Faktor ist sicherlich, dass Jupiter und Saturn um 2030 zu einander in Opposition stehen und in dieser Zeit so gut wie nie gleichzeitig zu sehen sind.