Am 27. März 2025 gab die Europäische Raumfahrtbehörde ESA das geplante Ende der Weltraummission GAIA nach mehr als zehn erfolgreichen Jahren bekannt. Mit ihrer Gigapixel-Kamera konnte die Raumsonde in drei Billionen Beobachtungen zwischen 2014 und 2025 rund zwei Milliarden Objekte unserer Milchstraße vermessen.
Links: GAIA-Enblem By ESA, CC BY-SA IGO 3.0, CC BY-SA 3.0 igo
GAIAs Aufgabe war die dreidimensionale Vermessung (Astrometrie) eines möglichst großen Teils unserer Milchstraße, wobei sich ein natürlicher Horizont durch Ansammlungen von Gas und Staub, aber auch durch sehr sternreiche Regionen, ergab.
Die Vermessung der Objekte umfasste ihre aktuellen Positionen, die Parallaxe (Entfernung) und die Eigenbewegungen. Die Daten werden als Data Release (DR) veröffentlicht, der aktuelle ist DR3 und umfasst Daten von annähernd 1,8 Milliarden Objekten. Für Mitte 2026 ist DR4 angekündigt, dieser Release wird Daten von 2,7 Milliarden Objekte mit noch höherer Genauigkeit enthalten. Der finale Katalog DR5 ist für Ende 2030 geplant und wird das konsolidierte Ergebnis der gesamten Mission enthalten.
Die Raumsonde GAIA war im Dezember 2013 gestartet worden und wurde im Lagrange-Punkt L2 des Sonne-Erde-Systems positioniert. Dort befinden sich andere prominente Weltraumteleskope wie das James-Webb-Space-Telescope (JWST), aber auch das ESA-Teleskop Euclid, das Röntgenteleskop eRosita oder die bereits abgeschlossenen Missionen WMAP, Herschel und Planck.
Kernstück von GAIA war eine Gigapixel-Kamera, die größte, die jemals bei einer Weltraummission eingesetzt wurde. Mit ihr wurden Positionen, Helligkeiten und Farben der Sterne unserer Milchstraße erfasst. Sie bestand aus 106 CCD-Sensoren mit einer Auflösung von jeweils 4500 x 1966 Pixeln, was in Summe 938 Megapixel ergibt.
Jedes der fast drei Milliarden Objekte musste mindestens 70 Mal beobachtet werden, um verlässliche Messungen der Eigenbewegung und der Parallaxe zu ermöglichen (wer jemals an einem Merdiankreis gearbeitet hat, kann dies nur bestätigen).
Qualitativ hochwertige Daten bilden die Grundlage jeder Forschung. Mit dem Datenmaterial von GAIA verfügt die Astronomie nurmehr über eine Basis, die viele interessante Forschungsergebnisse erwarten lässt. Und noch eine gute Nachricht für uns als Sternfreundinnen und -freunde: Die aktuelle Version 25.1 von Stellarium (Download über www.stellarium.org) enthält ebenfalls schon GAIA-Daten und ermöglicht uns daheim am Schreibtisch, die Eigenbewegung der Sterne, die Umlaufbewegung von Doppelsternen und sogar die Fixsternparallaxe in Zeitraffer zu erleben. (AP)